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Gesalzene Wassermelonen

Dokumentartheater über die Geschichte der Russlanddeutschen | Imperial-Werksgelände, Wendessener Straße 11C, Wolfenbüttel-Linden | Lessingfestival 2018

Es klang wie das Paradies, als Katharina die Große 1762 das Einladungsmanifest unterzeichnete und Deutsche aufforderte, auszuwandern und Russland zu besiedeln. Die verarmten Bauernfamilien bekamen fruchtbare Äcker, konnten ihre Religion ausüben und wurden vom Militärdienst befreit. Doch dann bezichtigte Stalin die Deutschen 1941 als Kollaborateure und deportierte sie zur Zwangsarbeit nach Sibirien und Kasachstan.

Karten für 18 Euro, ermäßigt für 12 Euro

Aufgrund erhöhter Sicherheitsvorkehrungen werden die Karten nur gegen Namensnennung verkauft. Der Vorverkauf findet ausschließlich über die Theaterkasse, Stadtmarkt 7A, 38300 Wolfenbüttel, Tel 05331 86-501, E-Mail theaterkasse@wolfenbuettel.de, statt. Der Besuch der Veranstaltung ist bedingt barrierefrei.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion siedelten Hunderttausende Deutschstämmige in die Bundesrepublik über. Immer noch kommen jährlich Tausende Aussiedler überwiegend aus Kasachstan im Auffanglager Friedland an. Für die meisten scheint es, als würden sie nach zweihundert Jahren wieder nach Hause zurückkehren. Aber sind sie wirklich in unsere Gesellschaft integriert? Was wissen wir über die Geschichte und die Kultur unserer neuen Nachbarn?

Das Theater »Das Letzte Kleinod« ging auf Spurensuche in Kasachstan. Der Autor und Regisseur Jens-Erwin Siemssen besuchte Mitglieder der Deutschen Minderheit. Er sprach mit den Alten, mit Zurückgekehrten, mit Funktionären und Politikern. Die Zeitzeugen erzählten vom Hausen in Erdlöchern, schwerster Bauarbeit bei klirrender Kälte und den Verhaftungswellen unter Stalin. Aus diesen Interviews entstanden die Motive der Theatervorstellung.

Das Stück wird in Zusammenarbeit mit Schauspielern entwickelt, die in beiden Kulturen zuhause sind. Und weil in den Interviews immer wieder die Rede von endlosen Eisenbahnfahrten durch die Weiten der Sowjetunion war, kommt »Das letzte Kleinod« mit dem eigenen Theaterzug. Das einzige in Wolfenbüttel noch verfügbare Abstellgleis auf dem Firmengelände von »Imperial« wird zur Spielstätte für ein spannendes Stück Zeitgeschichte.

Auch eine Wolfenbütteler Gruppe ist eng in den Produktionsprozess eingebunden: Der Spätaussiedlertreff der Gemeinde Weddel, der seit 20 Jahren ehrenamtlich von Ingrid Neuhaus geleitet wird, steht für biografische Interviews zur Verfügung und versorgt die Theaterschaffenden mit Originaldokumenten. Zur Premierenfeier werden sie mit ihrer Folkloregruppe »Nadeshda« auftreten und typische russlanddeutsche Köstlichkeiten zubereiten.

Regie: Jens-Erwin Siemssen
Produktion: Das Letzte Kleinod
Spieldauer: 70 Minuten

Foto: Yvonne Salzmann

O-Töne von Regisseur Jens-Erwin Siemssen zum Theaterprojekt und Werkleiter Norbert Krüger von der Firma Imperial

 

 

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