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»Du hörtest mein Gras wachsen«

Ein musikalisch-literarischer Mascha-Kaléko-Abend

1955 – Mascha Kaléko kehrt nach Berlin zurück. Eine viel zu viel Gereiste ist dem Damals auf der Spur: Ihrem Erfolg als populärste Lyrikerin der frühen Dreißigerjahre. In der Stadt, in der sie einst zuhause war, im Warten auf das sogenannte Glück. Jene Stadt, in der sie sich für den Einen entschied, obwohl sie den Ring des Anderen trug. Jene Stadt, in der sie zum Niemand im Niemandsland wurde – als Jüdin, deren Gedichte nicht länger gedruckt werden durften.

Szenenwechsel: Mascha und ihr Mann Chemjo suchen in New York das kleine Glück. Während aus dem Söhnchen Evjatar der amerikanische Junge Steven wird, findet sich das Paar in einer fremden (Sprach-)Welt nur mühsam zurecht. An Veröffentlichungen ist kaum zu denken. Und doch bewahrt sich Mascha Kaléko ihren leichtfüßigen Ton: »Gedichte machen ist wie angeln«.

Eine Frau singt und spricht vom Pulsschlag ihrer Zeit, von Sehnsucht, von großen Umwälzungen und kleinen Sprüngen. Ein musikalisch-literarisches Zeitmosaik voll Sprachwitz und Scharfsinn, ein Klang-Varieté aus Chanson, Lied, Schlager und Melodram.

Regie: Michael Hoffmann
Vibraphon: Olaf Taube
Besetzung: Regine Gebhardt
Produktion: Renaissance Theater Berlin
Spieldauer: 1 Stunde und 50 Minuten inkl. Pause

Foto: Iko Freese