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Die Kleinbürgerhochzeit

Ein Schauspiel von Bertolt Brecht

Der schönste Tag im Leben! Am Tisch sitzen die Hochzeitsgäste in der neuen Wohnung des Paares und essen. Was mit einem Festmahl beginnt, entpuppt sich als der Anfang einer hoffnungslos scheiternden Hochzeitsfeier. Gibt man sich angesichts der schalen Witze und Sticheleien zunächst noch höflich, gerät der Abend zunehmend aus den Fugen. Die Braut ist schwanger und auch sonst das (klein-)bürgerliche Leben ein verlogenes Spiel. So wie das schlecht verleimte Mobiliar Stück für Stück demontiert wird, bröckelt auch die mühsam aufrechterhaltene Fassade der Feiernden.

Bertolt Brecht schrieb den Einakter »Die Kleinbürgerhochzeit « 1919 mit 21 Jahren, angeregt durch den von ihm verehrten Münchner Komiker Karl Valentin. In der rasanten »Orgie der Hohlheit, der Langeweile, der Öde und der Vereinzelung « (Brecht) kündigt sich bereits ein Schwerpunkt von Brechts weiterem Schaffen an: Die scharfe Analyse von Konventionen und Riten, um die Abgründe der bürgerlichen Gesellschaft freizulegen.

Regie: Philip Tiedemann
Besetzung: Carmen-Maja Antoni, Krista Birkner, Anke Engelsmann, Larissa Fuchs, Winfried Goos, Boris Jacoby, Michael Kinkel, Georgios Tsivanoglou, Jörg Thieme
Produktion: Berliner Ensemble

Foto: Barbara Braun

Werk-Einführung von Regisseur Philip Tiedemann als Audio-Datei