zurück zum Spielplan

Der Umbrella Code

Über die Verfolgung und den Widerstand der Swing-Kids im Nationalsozialismus | Ab 12 Jahren

Hamburg im Jahr 1939: Hans, Marie und Freddy sind keine normalen Jugendlichen. Wenn sie sich nach der Schule treffen, fachsimpeln sie über Swing-Schallplatten und die neusten Trends aus England und den USA. Denn sie lieben den Jazz in einer Zeit, in der ganz Deutschland im Gleichschritt der Katastrophe entgegen marschiert und Querdenker nicht geduldet werden.

Mit Mut und Leidenschaft untergraben sie den Stumpfsinn einer Nazi-Ideologie, die alles Andersartige als undeutsch und entartet verfolgt. Während die Mehrzahl ihrer Mitschüler an den Lagerfeuern der Hitlerjugend Volkslieder schmettert, lauschen Hans, Marie, Freddy und ihresgleichen den britischen »Feindsendern«. Sie bezeichnen sich als »Swing Kids« und
sind Teil einer Jugendbewegung, die ein geheimes Netzwerk von Jazz-Liebhabern in ganz Nazi-Deutschland unterhält. Dabei geht es ihnen eigentlich gar nicht um die direkte Bekämpfung der Diktatur – was sie verbindet ist die pure Freude am Swing und das tiefe Bedürfnis sich diesem jugendlichen Lebensgefühl von Freiheit und Ausgelassenheit hingeben zu wollen. Das geheime Erkennungszeichen der »Swing Kids« ist der stets geschlossen über dem Arm getragene Regenschirm als Bekenntnis zur angloamerikanischen Lebensart. Ihre Umwelt irritieren sie durch ihre betont (nach)lässige Kleidung, mit der sie sich von der braunen Uniformität der Hitlerjugend abgrenzen. Auf ihren tragbaren Plattenspielern spielen sie die neusten Scheiben von Duke Ellington und Louis Armstrong und provozieren ihre strammdeutschen Nachbarn durch besonders riskantes öffentliches Hören in Parks, Freibädern oder Straßenbahnen – immer bereit zur wilden Flucht, sobald sich ein NS-Scherge nähert. Doch eines Tages geht Freddy zu weit...

Regie: Karl-Heinz Ahlers
Bühne und Kostüme: Katharina Philipp
Musik: Thomas Esser, Chris Weinheimer
Video: Jürgen Salzmann

Besetzung: Thomas Esser, Hartmut Fiegen, Andrea zum Felde
Produktion: Theater für Niedersachsen in Kooperation mit Theater Fata Morgana

Foto: Andreas Hartmann