zurück zum Spielplan

Der Ghetto Swinger

Aus dem Leben des Jazzmusikers Coco Schumann
Von Kai Ivo Baulitz

»Ich bin Musiker. Ein Musiker, der im KZ gesessen hat, kein KZler, der Musik macht. Ich habe viel zu sagen. Die Richtung ist klar. Back to the roots, in jene Welt, in der meine Seele zu Hause ist, in den Swing. Wer den Swing in sich hat, ob er im Saal steht oder auf der Bühne, kann nicht mehr im Gleichschritt marschieren.«

Coco Schumann, 1924 in Berlin geboren, kommt schon früh in Kontakt zu den Swing-Kids, Jugendliche, die den Jazz gegen die Unkultur der Nazis stellten. Bis 1943 gelingt es ihm, dem »Halbjuden«, dank einer gehörigen Portion Chuzpe und seiner zahlreichen öffentlichen Auftritte zunächst der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen.

Doch plötzlich findet Coco sich in Theresienstadt wieder. Ein perfides Spiel beginnt, denn auf einmal wird die Musik, die ihn nicht zuletzt hierher brachte, gleichzeitig die Möglichkeit das Konzentrationslager zu überleben. Als Coco Schumann zum Kriegsende wieder in Berlin landet, steht er plötzlich in einem improvisierten Lokal im Kreis der alten Kollegen, und er nimmt ein Instrument und beginnt zu spielen…

Regie: Gil Mehmert
Ausstattung: Beatrice von Bomhard
Komposition, Arrangements: Jens Fischer Rodrian
Musikalische Leitung: Christoph Kähler
Besetzung: Konstantin Moreth, Karsten Schnack, Helen Schneider, Christoph Tomanek, Jonathan Wolters und andere
Produktion: Hamburger Kammerspiele

Foto: Bo Lahola